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Das Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik der Fakultät für Geowissenschaften sucht ab dem nächstmöglichen Zeitpunkt eine*n

Wiss. Mitarbeiter*in (m/w/d) bis zum 31.05.2028 mit 29,8725 Wochenstunden  (TV-L E13)

Das Projekt: Lebende Zellen benötigen Wasser, um zu funktionieren. Dennoch leben hochgradig angepasste Spezialisten, einschließlich Insekten, in nebelfreien Zonen hyperarider Wüsten. Die wichtigste Forschungsfrage in diesem Projekt lautet: Woher beziehen diese Organismen ihr Wasser?

Individuelle Nahrungs- und Wasserquellen weisen unterschiedliche Isotopenzusammensetzungen von Sauerstoff und Wasserstoff auf. Diese Quellen spiegeln sich in der Isotopenzusammensetzung des Körperwassers (δ2H, δ17O und δ18O) wider. Vorläufige Daten für Insekten aus der Atacama-Wüste in Chile zeigen eine breite Spanne in δ18O für Schwarzkäfer und Silberfischchen-Verwandte. Durch den Vergleich dieser gemessenen Isotopenzusammensetzungen mit theoretischen Isotopenmodellen des Körperwassers ist es möglich, die Wasserquellen dieser xerophilen Insekten zu identifizieren und zu quantifizieren. Der vorläufige Datensatz soll erweitert werden, was Feldarbeit in der Atacama und in der Namib erfordert. Darüber hinaus sind Laborexperimente geplant, um die Modelle für das Körperwasser von Insekten zu verbessern, aber auch um zu untersuchen, ob das Konzept auf Bakterien angewendet werden kann.

Die Stelle wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen eines Sonderforschungsbereichs (SFB1211) mit dem Titel: "Earth - Evolution at the dry limit" gefördert.

Zuständigkeiten und Anforderungen: Das Hauptziel des Projektes ist die Quantifizierung des Wasserhaushalts (sowohl Quellen als auch Senken) von Arthropoden, die in hyperariden Wüsten leben. Dafür soll das quantitativen Verständnisses der Wasserisotopenfraktionierung in Verbindung mit Quellen (z. B. O2 aus der Luft) und Senken (z. B. Wasserverlust durch die Kutikula) im untersucht werden. Diese Mechanismen sind für Wirbeltiermodelle bereits gut erforscht, müssen aber an die Physiologie von Insekten angepasst werden. Für die detaillierte Planung entsprechender Laborexperimente sind Kenntnisse in der Fraktionierung stabiler Isotope, als auch über die Physiologie von Insekten erforderlich. Ein akademischer Hintergrund in Zoologie oder Isotopengeochemie ist daher wünschenswert, aber nicht zwingend erforderlich. Einige der angewandten Methoden werden im Rahmen dieses Projekts weiter verbessert, was technische Fähigkeiten, idealerweise auch Kenntnisse im Programmieren, erfordert. Da das Projekt aller Voraussicht nach auch Rückschläge mit sich bringen wird, ist eine gewisse Belastbarkeit gegenüber Projektverzögerungen erforderlich. Wir suchen daher eine hoch motivierte Person, welche dieses neue Forschungsgebiet erkunden möchte. Es wird erwartet, dass die Ergebnisse auf nationalen und internationalen Konferenzen vorgestellt und in Fachzeitschriften mit Peer-Review veröffentlicht werden. Für diese Aufgaben sind Erfahrungen im wissenschaftlichen Schreiben und in der Kommunikation in englischer Sprache ein Muss. Die/Der PhD-Kandidat*in muss einen Masterabschluss oder vergleichbaren Abschluss in Naturwissenschaften besitzen.

Umfang: Teilzeit
Dauer: befristet
Beginn: nächstmöglich
Bewerben bis: 29.07.2024

Ihre Aufgaben:

  • Feldarbeit in der Atacama und Namibia
  • Isotopenanalysen an Insekten und Bakterien (keine Erfahrung erforderlich)
  • theoretische Isotopenmodellierung (keine Erfahrung erforderlich)
  • Präsentation von Forschungsdaten auf Tagungen
  • Publikation von Forschungsergebnissen

Ihr Profil:

  • hervorragender Master-/Diplomabschluss in Geologie / Mineralogie oder Geophysik
  • Interesse an der Physik von Insekten
  • Interesse an chemischen Prozessen
  • gute Kenntnisse in Mathematik und/oder Programmierung
  • Freude am Arbeiten in einem Labor (Isotopenanalysen)

Wir bieten:

  • anspruchsvolle und abwechslungsreiche Aufgaben mit hoher Eigenverantwortung
  • Unterstützung durch und Zusammenarbeit mit kompetenten Kolleg*innen
  • teamorientierte Zusammenarbeit in einem engagierten, internationalen und wertschätzenden Team
  • Möglichkeiten der ortsflexiblen Arbeit
  • umfangreiche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Weitergehende Informationen:

Erfolgt die Finanzierung bei der Einstellung ausschließlich von externen Drittmittelgebern, besteht für die Beschäftigten keine Verpflichtung zur Übernahme von Lehrverpflichtung.

In Auswahlgesprächen besteht auf Wunsch der sich bewerbenden Person (m/w/d) die Möglichkeit der Beteiligung des Personalrats. https://www.wpr.ruhr-uni-bochum.de/

Informationen zum TV-L finden Sie unter: https://oeffentlicher-dienst.info/

Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) ist eine der führenden Forschungs­universitäten in Deutschland. Als reform­orientierte Campus­universität vereint sie in einzig­artiger Weise die gesamte Spann­breite der großen Wissenschafts­bereiche an einem Ort. Das dynamische Mit­einander von Fächern und Fächer­kulturen bietet den Forschenden wie den Studierenden gleicher­maßen besondere Chancen zur inter­disziplinären Zusammen­arbeit.


Die RUB steht für Diversität und Chancengleichheit. Daher fördern wir die Zusammenarbeit heterogener Teams und den beruflichen Weg von Menschen, die in den jeweiligen Arbeitsbereichen unterrepräsentiert sind. Die RUB wünscht ausdrücklich die Bewerbung von Frauen. In Bereichen, in denen sie unterrepräsentiert sind, werden sie bei gleicher Qualifikation bevorzugt berücksichtigt. Bewerbungen von Menschen mit Behinderung sind uns ebenfalls sehr willkommen.

Ansprechpartner/in für weitere Informationen:

Herr Daniel Herwartz, Tel.: +49234 32 22307

Fahrtkosten, Übernachtungskosten und Verdienstausfall bzw. sonstige Bewerbungskosten für Vorstellungsgespräche können leider nicht erstattet werden.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung unter Angabe der ANR 3513 bis zum 29.07.2024 per E-Mail an folgende Adresse: Daniel.Herwartz@rub.de

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